EU-Klimagipfel in Brüssel

Im Rahmen des Energiegipfels in Brüssel am 24.10.2014 haben sich Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in mehrstündigen Diskussionen auf ein umfassendes Paket mit Klima- und Energiezielen bis zum Jahr 2030 geeinigt.

--> Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid um 40 % reduzieren

--> Anteil Erneuerbarer Energien am Energieverbrauch um 27 % steigern

--> Zielmarke für Energieeinsparung: mind. 27 %

"Es war nicht einfach, überhaupt nicht - aber wir haben es geschafft, zu einer fairen Entscheidung zu kommen", sagte der scheidende Gipfelchef Herman Van Rompuy nach fast neunstündigen Beratungen. "Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit."

Neben der Senkung der CO2-Emissionen soll der Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf mindestens 27 % steigen. Für Deutschland sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel da keine Probleme. „Unsere nationalen Ziele sind ja weit strenger, und insofern brauchen wir uns nicht weiter aufzuregen darüber, was Europa uns jetzt zuteilt. Wir werden damit klarkommen.“ Mit einem Anteil von 25 % liegt Deutschland knapp unter der Zielmarke.

Auch das Maß an Energieeffizienz wurde neudefiniert. Aus ursprünglich 30 % Energiereduktion wurden auf Druck von Großbritannien und Polen 27 %. Trotzdem sieht es Frankreichs Staatspräsident François Hollande als eine gute Vereinbarung. Und auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel begrüßt eine Einigung: „Der Europäische Rat hat für die künftige Klima- und Energiepolitik Europas richtige Weichen gestellt. Auch wenn sich Deutschland mehr gewünscht hätte, begrüße ich, dass der gordische Knoten zwischen den unterschiedlichen Interessen der Mitgliedstaaten durchgeschlagen werde konnte.“

Eine Einigung im Europäischen Klimaschutz stellt die Voraussetzung für den Erfolg des Weltklimagipfels 2015 in Paris dar und bildet die Grundlage für weitere Vereinbarungen.

 

Die Beschlüsse im Überblick:

CO2-Emissionen: Der Ausstoß an Treibhausgasen in der EU soll bis 2030 um mindestens 40 Prozent bezogen auf 1990 reduziert werden. In den nicht vom Emissionshandel erfassten Bereichen wie Verkehr, private Haushalte oder Landwirtschaft sollen die Einsparungen 30 Prozent betragen.

Energieeffizienz: Die EU will Einsparungen im Verbrauch um 27 Prozent erreichen. Dieses Ziel ist aber nicht verbindlich. Ursprünglich hatte bei diesem Ziel 30 Prozent stehen sollen, doch dagegen hatten sich Großbritannien und Polen gestemmt.

Erneuerbare Energien: Die EU insgesamt soll den Anteil der Erneuerbaren Energien auf mindestens 27 Prozent im Jahr 2030 steigern. Es werden aber
keine verbindlichen nationalen Ziele festgelegt. Die EU-Förderung dieser Energien soll auch dann erhalten bleiben, wenn nationale Staaten über die 27 Prozent hinausgehen.

Emissionshandel: Die Zahl der Zertifikate soll ab 2021 jährlich um 2,2 statt 1,74 Prozent gekürzt werden. Künftig soll es eine neue Reserve von zwei Prozent an Verschmutzungsrechten geben, die für ärmere Länder gedacht sind, die besonders hohe Modernisierungskosten etwa ihrer Stromversorgung haben.

 

Quellen:

http://www.tagesschau.de/ausland/euklimapaket-101.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/bruessel-eu-gipfel-beschliesst-klimaziele-fuer-2030-13227057.html

http://www.stadt-und-werk.de/meldung_20058_Vorreiter+beim+Klimaschutz%3F.html

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